keine Maschinen?

Warum sind keine Maschinen in der KRABA?

Was ist Training? Man setzt einen Reiz und der Körper passt sich an, um mit diesem Reiz in Zukunft besser umgehen zu können (SAID Prinziple). Wenn Du einen sehr spezifischen Reiz setzt – beispielsweise in einer abstrakte Bewegungswelt mit geführten, symmetrischen, isolierten Bewegungen in einem sehr engen Dynamikbereich wie beim “Gerätetraining” – dann wirst Du einzig und allein in dieser spezifischen Welt besser. Es wird kaum Transfereffekt auf Deine Fähigkeiten im realen Leben geben.

Ein gutes Training dagegen findet möglichst nah an unserer natürlichen Bewegungswelt statt: es geht darum wie wir unseren eigenen Körper und andere Objekte im Raum bewegen. Wir haben während unserer 1,5 Million Jahre andauernden menschlichen Evolution keine geführten Bewegungen an Maschinen ausgeführt, um überleben zu können.

Ein Hauptargument für Training mit Maschinen ist, dass es “idiotensicher” ist: man verletzt sich selten während des Trainings. Das Problem ist genau dieses “während”: Es ist ausgesprochen unklug die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen während des Trainings reduzieren, man sollte lieber dafür trainieren die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen während des gesamten Lebens zu verringern. Es ist wesentlich vorteilhafter für den Alltag relevante Fertigkeiten aufzubauen und somit weniger verletzungsanfällig und resilienter zu werden. Eine kontrollierte Umgebung mit Aufsicht ist der beste Ort ein minimal notwendiges Risiko zu erlauben, welches notwendig ist Dich stärker, gesünder und robuster zu werden lassen. Ein Schaukelpferd wird Dich nicht abwerfen, aber drauf wirst Du auch nicht reiten lernen können.

Hier ein kleiner tabellarischer Vergleich von Training an Maschinen und mit unserem Lieblingstool der “Kettlebell”:

Training an Maschinen Training mit Kettlebells
basiert auf Isolation: einzelne Muskelgruppen werden voneinander getrennt trainiert basiert auf Integration: die Zusammenarbeit mehrerer Muskelgruppen wird gefördert
abstrakte Bewegungen mit limitiertem Transfereffekt natürliche Bewegungsmuster mit hohem Transfereffekt
geringer Dynamikbereich – Schnellkraft kaum möglich großer Dynamikbereich – von isometrisch bis ballistisch
eingelenkig, eindimensional mehrgelenkig, multidimensional
hauptsächlich bilaterale Bewegungen, oft nur „symmetrisches” Training möglich bilaterale, aber auch unilaterale, ipsilaterale & contralaterale Bewegungen möglich
geführte Bewegungen gezielt durch Agonisten/”prime movers” – kaum Stabilisationsarbeit nötig hohe Stabilisationsanforderung durch exzentrische Gewichtsverteilung
hauptsächlich für Hypertrophie und Rehabilitation geeignet vielfältige Zielsetzungen (Maximalkraft, Schnellkraft, Hypertrophie, Ausdauer, Beweglichkeit, Loaded Stretching, Korrekturübungen, Rehabilitation)
keine besondere Stimulation für das Nervensystem, da man in einer Position – oft sitzend – fixiert ist hohe Stimulation des visuellen, vestibulären und propriozeptiven Systems während der gesamten Bewegungsausführung (z.B. beim Gehen oder in verschiedensten anderen Körperpositionen)
Beweglichkeit wird abtrainiert, geringer ROM (Range of Motion / Bewegungsumfang) Beweglichkeit wird gefördert, maximaler ROM
kaum Fokus auf die Bewegung nötig Fokus und Konzentration auf die Bewegung werden gefördert
geringe Verletzungsgefahr während des Trainings (Verletzungsrisiko wird ins „Real-Life“ ausgelagert) höheres Verletzungsrisiko während des Trainings, Real-Life Verletzungsresistenz und Resilienz wird entwickelt
stationär, nur Indoor möglich, viel Platz notwendig mobil, auch Outdoor und mobiler Personal Training Einsatz, platzsparend
Equipment teuer / Aufsicht billig Equipment billig / Aufsicht teuer